Bist du fit für den bevorstehenden Rentencrash?

Der unaufhaltsame Zerfall des bestehenden Rentensystems

Unser derzeitiges Rentensystem ist noch keine 100 Jahre alt und steht kurz vor seinem traurigen Zerfall. Dennoch singen und tanzen wir freudig rund um das Sterbebett des Sozialsystems. Volkswirtschaftlich gesehen konnten gerade einmal 3 Generationen von diesem Versicherungskonstrukt profitieren. Zurecht, muss man anerkennender Weise sagen, denn sie waren es auch, die mit dem Verdienst aus harter Arbeit den finanziellen Puffer für die eigene Altersrente aufgebaut haben.

Doch dieser Puffer ist nun verpufft!

Dieser Beitrag wurde inspiriert durch das Interview: Herman & Popp – Analyse des bevorstehenden Rentencrashs

Popp & Herman: Die Frage ist nicht ob, sondern wann unser Rentensystem zusammenbricht

Der Generationenvertrag ist tot – wer sagt es den Jungen?

Weil die junge Generation immer weniger in den Topf einzahlt, kann auch die ältere Generation immer weniger daraus entnehmen. Wird dagegen, wie jetzt noch der Fall ist, gleichviel Geld entnommen, obwohl viel weniger nachfließt, dann ist eines Tages der Topf leer – vielleicht schon nächsten Dienstag um 16:15 (das ist ein Insider-Witz – wenn du mitlachen willst, dann schau dir das obige Video an).

Vor einigen Jahren bin ich selbst aus der operativen Arbeitswelt ausgetreten und gestalte mein Leben seither aus den Erträgen meiner beratenden Selbstständigkeit sowie aus persönlich verwalteten Rücklagen. Um möglichen Einwänden gleich vorweg den Wind aus den Segeln zu nehmen: es geht hier nicht um das Steuersystem, sondern um unser aller Sozialsystem. Dank der vielen nationalen Unterschiede im Sozialsystem, ist es derzeit noch möglich, innerhalb der Europäischen Union zu leben und dennoch nicht dem ausufernden Irrsinn und der offensichtlichen Manipulation von Politikern der wirtschaftlich stärksten EU-Mitgliedsländern hilflos ausgeliefert zu sein.

Wenn der Pensionsantritt mit dem Tod am Arbeitsplatz beginnt

Ich treffe viele Menschen zwischen 20 und 30 Jahren, also im “besten Alter”, die in frustrierenden Jobs feststecken, nur weil sie immer noch den Lügen der politischen Systemerhalter Glauben schenken. Und das wiederum frustriert mich. Denn diese Leute sind nicht dumm. Ganz im Gegenteil. Sie sind häufig sogar hervorragend ausgebildet und erhalten jeden Monat ein beachtliches Gehalt von der Firma, bei der sie Vollzeit angestellt sind. Tief in ihrem Inneren wissen sehr wohl, dass sie selbst mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr vom Generationenvertrag, auf dem das heutige Rentensystem beruht, profitieren werden. Und doch möchten sie fest an das Gute im Staat glauben. Leider ist das heutige Sozialsystem ziemlich asozial geworden. Junge Berufstätige werden zu reinen Nettozahlern degradiert, weil sie äußerst wichtig sind für alle aktiven Politiker und Entscheidungsträger im Land sind, die selbst kurz vor dem Rentenantrittsalter stehen. Man beißt doch nicht die Hand, die einen füttert – in diesem Fall wäre der schmerzhafte Biss mit der ernüchternden Wahrheit gleichzusetzen.

Es fehlt der Mut zum Aufstand

Konflikte zwischen den Generationen und Unverständnis über ihre unterschiedlichen Weltanschauungen und Beweggründe gab es schon 2000 Jahre vor uns. Rückblickend in ein kürzeres Zeitfenster von wenigen Jahrhunderten, gab es noch nie die Situation, dass die bereits 4. Generation aufwachsen darf, ohne die bitteren Erlebnisse und Folgen eines Krieges auf eigener Haut erfahren zu müssen. Auch ich bin in dieser glücklichen Situation. Die Kehrseite der Medaille ist, dass bei uns, die Krieg und Armut und skrupellose Herrschaft nur aus Fernsehen und Internet kennen, der innere Drang zur persönlichen Auflehnung und Revolte gegen ein falsch laufendes System nicht mehr vorhanden ist. Wären blutige Sozialproteste wie aktuell in Hong Kong, Chile oder im Iran auch in Deutschland, Österreich oder der Schweiz möglich? Wohl kaum. Denn ganz so schlecht geht es uns im feudalen Sozialstaat auch wieder nicht. Zumindest noch nicht.

Die Soziale Transformation steht vor der Tür

Im Zuge der bevorstehenden Sozialen Transformation werden wir alle – sowohl Schafe als auch Hirten – mit völlig neuen Herausforderungen konfrontiert. Es geht dabei selbstverständlich auch darum, wie die Bevölkerung sinnvoll beschäftigt wird, wenn ein Drittel der Arbeitsplätze durch zukunftsweisenden Technologien, fortschrittliche Automation und Digitalisierung wegfallen. Aktuelles Beispiel ist der Automobilsektor. Seit Jahren warnten Experten davor, jetzt beginnt der massive Jobabbau bei den deutschen Autobauern. Viele Arbeitsplätze gehen dabei unwiederbringlich verloren, sowohl in der Produktionshalle als auch in den Büros. Dabei kommt es nicht wie bisher zu einer Verschiebung der Arbeitskräfte von Firma A zu Firma B, denn alle Firmen müssen Personal abbauen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Fortbildungsmaßnahmen helfen hier auch nicht weiter, zumindest nicht innerhalb derselben Branche. Einmal mehr ist die Politik von dieser “rasanten Entwicklung” überrascht. Die SPD ist nach wie vor fest davon überzeugt, dass trotz des bevorstehenden Umbruchs des Arbeitsmarktes Vollbeschäftigung für Deutschland ein realistisches Ziel sei. Getreu dem Motto: Wir gehen zwar in die falsche Richtung, aber wir kommen zügig voran. Kennzeichnend für die Wahrnehmung der Entwicklungen und den Weitblick der politischen Elite ist der Ausspruch von Kanzlerin Merkel aus dem Jahr 2013: “Das Internet ist für uns alle Neuland“. Es ging damals zwar um das Überwachungsprogramm des NSA, dennoch gelang es ihr mit treffsicherer Inkompetenz einen Ausdruck der Überraschung auf Präsident Obamas Gesicht zu zaubern 🙂

Wenn man rechtzeitig d’rauf schaut, dass man’s hat, wenn man’s braucht

Dieser Satzteil stammt aus einem kultigen Werbespot von 1988, in dem Josef Kirschner uns Österreichern die Vorteile eines Bausparvertrags schmackhaft machen sollte. Mittlerweile haben Bausparverträge ebenso wie das alte Sparbuch als Anlageform ihren reiz verloren. Die Aussage bezog sich damals auf das “glücklich machende Geld”, wurde über die Jahrzehnte aber auf viele andere Dinge des Lebens übertragen und blieb damit im Kern bis heute erhalten. Egal ob die Börsen crashen, Arbeitsplätze im großen Ausmaß wegfallen, die Wirtschaftsleistung aufgrund mangelnder Ressourcen schrumpft oder Pensionssysteme kollabieren – jeder Mensch, der zu diesem Zeitpunkt immer noch vom Wohlwollen oder Funktionieren des Sozialstaats abhängig ist, hat äußerst schlechte Karten. Glücklich sind all jene, die bis dahin ihren persönlichen “Plan B” griffbereit haben – vielleicht in Form eines Flugtickets nach Cape Breton 😉

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