Der Einfluss von Quaksprech und der modernen Bildynk

Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken.  -Samuel Johnson

Das geschriebene Deutsch ist eine komplexe, hochgradig reglementierte Version des Altagssprechs. Da die gesprochene Sprache sehr anfällig für Trends und gesellschaftliche Einflüsse ist, sind Vokabular und Grammatik laufend Änderungen und Ergänzungen ausgesetzt. Die erst kürzlich vom Duden aufgenommenen 5000 neuen Wörter, überwiegend aus eingedeutschten Anglizismen und Jugend-Jargons abstammend, sind dafür das beste Beispiel.

Keine Sorge, die Gesellschaft für Deutsche Sprache (GfdS) und der Duden werden weder die deutschen Äquivalente durch diese Neusprech-Kreationen ersetzen, noch die Grammatik in absehbarer Zeit verwässern. Die aktuellen Trends werden aber, nach einer gewissen Zeit der Nachhaltigkeitsbewertung und Beobachtung auf Relevanz für das allgemeine Interesse, als Ergänzung zum bestehenden Regelwerk aufgenommen werden. Und das ist auch gut so, denn die Sprache ist das Werkzeug für die Kommunikation der Menschen untereinander – sowohl gesprochen, als auch geschrieben.

Schon Konfuzius wusste: Die ganze Kunst der Sprache besteht darin, verstanden zu werden.

Wenn also die Deutsche Sprache den gesellschaftlichen Strömungen trotzt und auf ihrem Status als unnahbare Grand Dame beharrt, wird sie sich über kurz oder lang in denselben verstaubten Ecken von Antiquariaten wiederfinden, in der auch die lateinische Sprache seit Jahrhunderten ihr Dasein fristet. Degradiert dazu, um Pseudointellektuellen und Sprachpuristen als Zitatenpool und Quelle von Wortherkünften zu dienen.

Schon seit den Anfängen der Weiterentwicklung der Sprache und ihres Vokabulars gab es unterschiedliche Fach- und Interessensgebiete mit ihren jeweiligen, sehr spezifischen Wortschätzen und den oftmals für Außenstehende seltsam anmutenden Ausdrucksweisen. Das ist die linguistische Form der Gruppenbildung.

Wie der unten angefügte, schon etwas ältere Artikel der “Zeit” wunderbar darlegt, ist der Triebmotor für den derzeitigen Sprachwandel die ansteigende Migration und die damit verbundene Mehrsprachigkeit. Die Maxime lautet: Drei oder mehr Sprachen einigermaßen zu beherrschen ist besser, als in nur einer einzigen Sprache perfekt zu sein. Oder um es zum Abschluss mit Voltaires Worten auszudrücken: Kennst du viele Sprachen – hast du viele Schlüssel für ein Schloss.

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