Top Strände in Malta

Nach der Einführung, hier auch schon der zweite Artikel meiner “Malta-Reihe“.

Vor etwa zwei Wochen habe ich mich mit meinem Roller aufgemacht, die Situation an Maltas Stränden zu dokumentieren. Ich war selbst überrascht, wie schön es an den meisten Badeplätzen noch aussieht. Dazu muss ich sagen, es war an einem Dienstag, die meisten Einheimischen waren also am Arbeitsplatz und nicht auf der Sonnenliege. Auch der Sommertourismus geht erst ab Mitte Juli so richtig los, was man dann an den Verfügbarkeiten und Preisen von Flügen und Hotelzimmern sehen kann.

Im “sizzling-hot” August werde ich diese Runde nochmal wiederholen um zu sehen, wie sich das Bild an den Buchten in der Hochsaison verändert. Und dann nochmals im Oktober, der Nachsaison also. Die Wassertemperatur ermöglicht es, von Mitte Mai bis Mitte November dem Badevergnügen nachzugehen. Ganz Hartgesottene sieht man sogar den Winter über regelmäßig schwimmen, soll ja gesund sein für den Kreislauf, für mich ist aber alles unter 20 Grad schmerzhaft unattraktiv.

Die folgende Aufstellung enthält ganz bewusst nicht die Badeplätze im Süden und Süd-Osten, da diese immer noch Abseits der Touristenrouten liegen. Meiner Meinung nach zu Unrecht, denn mir persönlich gefallen kleinere, ruhigere Orte viel mehr als infrastrukturell voll ausgebaute touristische Hot-Spots. Aus dieser Perspektive gesehen ist es wiederum ganz gut, dass dem Süden noch wenig Beachtung geschenkt wird.

An der Süd-West-Küste gibt es aufgrund der hohen Klippen nur vereinzelt kleine Bademöglichkeiten, wie z.B. Blue Grotto, Ghar Lapsi oder die Fomm ir-Rih Bay (Geheimtipp). Vom Meer aus sind aber einige schöne, abgelegene Buchten (auf Maltesisch „Ir-Ramla“) mit dem Boot gut zu erreichen.

 

Gnejna Bay (Ir-Ramla il-Gnejna)

Die erste mit Bus oder Auto gut erreichbare Bucht ist die Gnejna Bay bei Mgarr. Da hier neben guten Parkmöglichkeiten auch Kiosks für Essen und Trinken vorhanden sind, ist dieser Strand im Sommer und vor allem an den Wochenenden sehr beliebt. Und Leute, geizt bitte nicht mit dem Trinkgeld für den Parkplatzwächter. Er ist sehr freundlich, kennt viele interessante Geschichten (auf deren Wahrheitsgehalt ich jetzt nicht eingehen möchte) und achtet auch darauf, dass die Autos trotz offener Fenster sicher sind.

Gnejna bay in Malta
Gnejna Bay bei Mgarr

Ghajn Tuffieha Bay (Ir-Ramla ta‘ Ghajn Tuffieha)

Etwas weiter nördlich liegt die geschütze Bucht von Ghajn Tuffieha. Sie liegt im Verwaltungsbezirk von Manikata, ist aber wegen der vielen Treppen nicht ganz so beliebt wie die gleich daneben liegende, berühmte Golden Bay. Gerade deshalb ist immer ein Plätzchen zu finden und alle, die einen nicht zu überfüllten Sandstrand suchen.

Ghajn Tuffieha in Malta
Ghajn Tuffieha bei Manikata

Golden Bay (Ir-Ramla tal-Mixquqa)

Wie der Name schon vermuten lässt, glitzert der beige Sand in den Maltesischen Sonne wie Gold. Die Golden Bay ist eine der wenigen großen Sandstrände und aus gutem Grund hat sich vor ein paar Jahren die Radisson-Gruppe diese Bucht für ihr 5-Sterne „Radisson Blu Golden Sands Hotel“ ausgesucht. An Wochenenden im Hochsommer ist ab dem späten Vormittag weder Parkplatz noch Liegeplatz zu finden und auch für die Heimreise am späten Nachmittag muss man staubedingt etwas Zeit einplanen. Wer aber unter der Woche vormittags hier ankommt, findet sich in einer Umgebung wieder, die selbst den bearbeiteten Fotos in Reiseprospekten gerecht wird!

Golden Bay in Malta
Golden Bay bei Manikata

Anchor Bay / Popeye Village

Auf der Weiterfahrt zur Anchor Bay fragt an sich, weshalb Malta als das mit Abstand dichtest besiedeltste Land der EU gilt. Mitten durch trockene Felder und eine braune, weite Landschaft, welche sich in den Wintermonaten in einen grünen, blühenden Teppich verwandelt, zieht sich die Straße an der Westküste entlang zu jener Bucht, in welcher der 1980 erschienene Film „Popeye – Der Seemann mit dem harten Schlag“ mit Robin Williams gedreht wurde.

Die Filmkulisse wurde über all die Jahre hinweg erhalten und bietet jetzt einen phantasievollen Rahmen für das, vor allem bei Kindern sehr beliebte Popeye Village.

Anchor Bay / Popeye Village in Malta
Anchor Bay / Popeye Village

Mellieha Beach (Il-Bajja tal-Ghadira)

Der wohl mit Abstand beliebteste und meist gebuchte Urlaubsort in Malta ist Mellieha. Der Ort selbst, am Berg gelegen, bietet viele Hotels, Restaurants und Bars und am etwa 1 km langen, schmalen Sandstand ist so ziemlich alles vorhanden, was man von einem Sommer-Badeurlaub erwartet. In der Hochsaison sieht die Bucht mit ihrem Mosaik aus Sonnenschirmen und -liegen aus wie die beliebten Hausstrände Italiens – nur mit dem Unterschied, dass hier alles doch noch etwas günstiger ist.

Mellieha Beach in Malta
Mellieha Beach

Paradise Bay

In der Hauptsaison fragt man sich, wie die Paradise Bay eigentlich zu ihrem Namen gekommen ist. Aber sie scheint sehr beliebt zu sein und trotz der Enge zieht sie immer wieder Touristen und auch Einheimische in Scharen an. In der Nachsaison jedoch verwandelt sich diese kleine Bucht ein wahres Juwel mit Ruhe und klarem Wasser. Die Strandbar wird übrigens mittels einer Seilbahn vom oben gelegenen Parkplatz aus beliefert.

Paradise Bay in Malta
Paradise Bay in Cirkewwa

Cirkewwa

Die nördliche Küste ist den großen Hotelanlagen vorbehalten. Hier empfiehlt sich die All-Inklusive-Option mitzubuchen, denn von einigen winzigen Imbissständen und Mini-Märkten abgesehen ist die Infrastruktur hier oben nur sehr spärlich ausgebaut. Ganz im Osten befindet sich das Terminal für die Fähre nach Gozo, daneben eine kleinere Anlegestelle für den Shuttle-Service nach Comino zur berühmten Blue Lagoon – das ist ein besonderes Erlebnis und sollte bei keinem Malta-Urlaub fehlen. Das folgende Video habe ich Ende September letzten Jahres aufgenommen, im Juli und August ist hier natürlich etwas mehr los!

 

Diese ausgedehnten Hotelanlagen bieten alles was das Herz begehrt. Vor zwei Wochen erst wurde die 4-Stern FTI-Luxusanlage „LABRANDA Riviera Premium Resort & Spa“ nach einem über 15 Millionen teuren Umbau wieder eröffnet. Gleich daneben befindet sich der noch um eine Spur bessere Mega-Komplex „Ramla Bay Ressort“. Auch hier wurde den Winter über tief in die Tasche gegriffen und dem Hotel ein nagelneuer Anbau mit Apartments, Restaurant, Bars, Indoor-Pool, Wellnessbereich usw. spendiert. Neben diesen Luxustempel sieht das „Paradise Bay Resort Hotel“ mit seinem fischförmigen Außen-Pool schon etwas betagt aus. Es dauert wohl nicht mehr lange, bis auch hier ebenfalls gewaltig investiert wird um konkurrenzfähig zu bleiben.

Trotz der Nähe zum Fähr-Terminal ist auch hier, wie an allen Küsten Maltas, die Wasserqualität und die Klarheit ganz ausgezeichnet. Das macht Malta zu einem sehr beliebten Paradies sowohl für erfahrene Taucher als auch für Anfänger. Gut ausgestattete Tauchschulen und Tauchbasen sind so gut wie überall zu finden.

Cirkewwa

Armier Bay und Ahrax

Östlich dieser Hotelanlagen sind ein paar Buchten, im Überbegriff Armier Bay genannt, die mit kleinen Restaurants, Kiosks, Lidos und mit Felsbrocken durchzugenen Sandstränden vor allem einheimische Badehungrige anziehen. Diese nord-östlichen Gebiete Armier und Ahrax sind auch bei Campingfreunden sehr beliebt und werden im Winter aufgrund der kräftigen Nordwinde vom Wind- und Kite-Surfern aufgesucht.

Little Armier Beach in Malta
Little Armier Beach, Armier Beach und Ahrax Tower

Selmun und Mistra (il-Qala tal-Mistra)

Weiter nördlich geht es nur noch per Fähre nach Comino oder Gozo, die Hauptinsel Malta endet hier. Auf der Rückfahrt kommt man nach der Ortschaft Mellieha zum Natura 2000-Schutzgebiet Selmun (L-Imgiebah). Es gibt einige kleine Naturschutzgebiete in Malta, welche vor allem für ruhesuchende Menschen sehr empfehlenwert sind. Ich habe auch schon einen eigenen Beitrag darüber im Hinterkopf …

Während wegen der schlechteren Erreichbarkeit die wunderschönen Buchten und Küsten von Selmun noch relativ ruhig sind, wimmelt es im Sommer in der Mistra Bay von Booten aller Größen. Im Herbst, Winter und Frühling ein perfekter Ausgangspunkt für ausgedehnte und besinnliche Wanderungen durch saftig grüne, blühende Landschaften, verwandelt sich die Bucht im Sommer zu einem der größten Campingplätze der Insel. Auch nicht schlecht … für Camper.

Mistra Bay in Malta
Mistra Bay

Bugibba

Über die neue Umfahrungsstraße gelangt man in Windeseile in das nächste Touristen-Mekka. Von den Stränden her nicht ganz so attraktiv, bietet Bugibba und Qawra meiner Meinung nach aber das beste Urlaubs-Feeling. Schöne große Hotelanlagen mit ausgedehnten Pool-Landschaften, wie das „db San Antonio“ oder das „Dolmen Resort“, sind hier genauso zu finden wie eine Vielzahl an unterschiedlichen Restaurants, Lidos, Bars, Discos, Shops, Auto- und Rollervermietungen. Selbstverständlich stehen auch Tagesausflüge und Wassersportmöglichkeiten aller Art rund um die Uhr zur Verfügung.

Bugibba in Malta
Buggiba

Qawra

Wo genau die Grenze zwischen Bugibba und Qawra verläuft, weiß wohl keiner so genau. Irgendwie greift alles ineinander. Es ist aber auch nicht so wichtig. Man kann abends einen ausgedehnten Spaziergang entlang der Promenade unternehmen, eventuell dem National Aquarium einen Besuch abstatten, im Anschluss quer durch die Stadt den Rückweg abkürzen und vielleicht noch in ein Restaurant einkehren um den berühmten Nationalfisch Lampuki (auf Deutsch Goldmakrele) zu kosten. Liebhabern von klassischen Fahrzeugen möchte ich auch das Classic Car Museum ans Herz legen. Dieses Museum beherbergt eine, für maltesische Verhältnisse unüblich große Sammlung liebevoll restaurierter Fahrzeuge.

Qawra Beach in Malta
Qawra Beach

Auf der neuen Coast Road, einem 53 Millionen Euro-Projekt, geht es vorbei am Splash & Fun Waterpark über Pembroke nach Paceville und St. Julians.

Neben dem Waterpark in Bahar Ic-Caghaq, befindet sich auch der Mediterraneo Marine Park. Hier kann man neben Präsentationen von Seelöwen, Papageien und Reptilien auch mit Delfinen schwimmen. Jeder mag das halten wie er will, ich selbst war noch nie dort, da mir einfach die Tiere leidtun.

Paceville und St. Julians

Über den Bereich Paceville und St. Julians weiß ich eigentlich am wenigsten Bescheid. Hier befindet sich das berüchtigte Bermuda-Dreieck Maltas. Sprachschulen, Bars, Discotheken, Nachtclubs, Gentlemen-Clubs und Fastfood-Restaurants sind nicht so ganz meine Welt, und auch der dort vorherrschenden Altersgruppe bin ich schon etliche Jahre entwachsen.

Malta ist eines der sichersten Länder Europas. Das ist ein bewiesenes Faktum. Die wenigen Fälle mit kriminellem Hintergrund ereignen sich meist in diesem Areal. Nicht selten sind Alkohol, Drogen und Prostitution (welche in Malta offiziell verboten ist) der Auslöser für Streitigkeiten. Aber wie gesagt, diese Vorfälle sind äußerst selten und die Polizei ist auch ständig präsent um Ruhe und Sicherheit zu gewährleisten.

Einer der wenigen Badeplätze mit Sandstrand ist hier die St. George Bucht. Selbst jetzt bereits sehr gut besucht, ist im Hochsommer vom Sand fast nichts mehr zu sehen. Ich bin scheinbar schon etwas zu alt, um Gefallen an diesem Ölsardinen-Lifestyle zu finden. Andererseits, vor allem für junge Sprachschüler, Touristen und Singles gibt es keinen schöneren Platz auf dieser Insel. Durch die Enge bleibt man nicht lange allein. Malta hat eben für jeden etwas zu bieten!

St. George Bay in Malta
St. George Bay in St. Julians

In diesem Bereich ist auch jeder zu finden, der sich zur wohlhabenden Oberliga zählt. Nirgendwo anders sind derart viele Luxuswohnanlagen, Top-Hotels und teure Privatvillen zu finden wie hier. Zu viele Hotels, um auch nur eine Auswahl davon hier anzuführen. Wer einen Aufenthalt in dieser Gegend ins Auge fasst, sollte sich bei den üblichen Buchungsplatformen betreffend Verfügbarkeiten und Preisen informieren.

Die Zahl an 4- und 5-Sterne-Hotels in Malta steigt ständig, die Corinthia-Gruppe hat sogar eine Investition von 400 Millionen Euro angekündigt, um das Corinthia Hotel in St. Julians zum ersten 6-Sterne-Hotel in Malta auszubauen. Dies soll neben der geografischen Aufwertung auch zusätzliche 600 Arbeitsplätze schaffen.

Sliema

Auch der Küstenstreifen mit den Lidos entlang Sliema sind nicht meine erste Wahl, aber auch hier denke ich, muss etwas dran sein, wenn es jedes Jahr tausende Touristen zu diesen Badeplätzen zieht. Zumindest ist hier alles in sehr kurzen Entfernungen voneinander zu finde: Unterkünfte, Strände (kein Sand!), Lidos, Restaurants, Bars und die gesamte Palette an Touristenattraktionen.

Sliema Küste bei Surfside
Sliema – Surfside

Die weiteren Orte wie Gzira, Ta‘ Xbiex, Pieta, Valletta und weiter über Senglea, Vittoriosa bis Kalkara sind eher den Booten und Yachten vorbehalten. Schwimmen ist hier nicht sehr empfehlenswert. Erstens ist es wegen dem Bootsverkehr meist ohnehin untersagt, und zweitens ist die Wasserqualität hier nicht die beste.

Der unentdeckte Süden

Für den South Eastern District gilt die Aussage betreffend Wasserqualität aber ganz und gar nicht.

Die gesamte Küstenregion von Xghajra über Marsascala, Marsaxlokk bis Birzebbuga bietet in meinen Augen die beste Möglichkeit zum Schwimmen, Tauchen, Wandern oder einfach nur am Strand entspannen. Auch zum Wohnen oder für Individualurlaube findet man hier die besten Möglichkeiten vor. Da es in dieser Gegend nur wenige Hotels gibt, ist der Tourismus nicht sehr entwickelt. Und das ist auch gut so. Ich habe dazu bereits ebenfalls einen eigenen Artikel begonnen, muss aber noch etwas recherchieren und benötige mehr aktuelles Bildmaterial.

Soweit, so gut. Das war also ein Überblick der Strände und Buchten im Westen, Norden und Osten Maltas.

Der Süden soll so lange wie möglich ein Geheimtipp bleiben. Sanfter Tourismus statt Ballermann. Mal sehen, wie lange das noch so bleibt.

Solltet ihr irgendwelche Fragen zu meinem Artikel oder zu Malta selbst haben, ich freue mich über eure Nachrichten.

Vielen Dank!

PS: Hier noch ein Tipp für alle, die schöne Luftaufnahmen von Malta ansehen möchten: Team Stealth Rotors

 

Ahrax Malta
Ahrax Coast
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