Nächste Haltestelle: Malta

Mit derselben Regelmäßigkeit, mit der im Frühling in Nordeuropa die Flora wieder zum Leben erwacht, erreichen mich Jahr für Jahr Anfragen von Freunden und Bekannten, die den Sommerurlaub in Malta verbringen möchten.

Nach mittlerweile fünf Jahren auf dieser kleinen Mittelmeerinsel, und nach Überwindung der anfänglichen Frustration hervorgerufen durch den Kulturschock, fühle ich mich als Ratgeber und Touristenführer sehr geeignet. Es gibt auch schon einige zufriedene Personen, die das bestätigen können!

Von der Subjektivität der Wahrnehmung

Mir ist sehr wohl bewusst, dass jeder sein Umfeld durch eigene Augen sieht und Dinge jeweils subjektiv deutet und wertet und daraufhin entsprechend emotional reagiert. Das liegt in der menschlichen Natur, und das ist auch gut so wie es ist.

Dies ist der erste Artikel zur geplanten „Malta-Reihe“ und ist lediglich die Schilderung meiner Gedanken und Eindrücke auf selbst Erlebtes, Gesehenes, Gehörtes und Gelesenes. Obwohl ich mir viel Mühe gebe, erhebe ich weder Anspruch auf Richtigkeit noch auf Vollständigkeit.

Im Wandel der Zeit

Innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich hier sehr vieles verändert. Einiges leider zum Negativen, aber es hat auch vieles eine positive Richtung eingeschlagen – zumindest aus einer Sichtwarte. Und um die geht es hier.

In den letzten paar Jahren ist die Zahl der Touristen kontinuierlich gestiegen. Wovon andere Urlaubsländer nur träumen können, ist für Malta erfreuliche Realität. Wie man aus der Grafik ersehen kann, gab es während der vergangenen 15 Jahren keine nennenswerten Einbrüche bei den Besucherzahlen. Dafür aber stetiges Wachstum. Das beweist schon einiges. Gerade in den letzten paar Jahren schätzen immer mehr Menschen neben Sonne und Meer auch die sichere Lage dieses winzigen EU-Mitgliedslandes. Malta ist 2004 der EU beigetreten und hat 2007 den Euro als Währung eingeführt.

 

Besucherzahlen in Malta in den letzten Jahren
Malta Besucherzahlen

 

Die rasche und einfache Erreichbarkeit hat dazu beigetragen, dass letztes Jahr an die 2 Millionen Touristen Malta als Urlaubsziel auserkoren. Man beachte die Relation: 2.000.000 Touristen in einem Land mit etwas über 400.000 Einwohner! Dies bescherte der Insel Einnahmen in der Höhe von 1,7 Milliarden Euro und damit einen Anteil von fast 20% der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes.

Es ist verständlich, dass etliche Fluglinien an diesem Kuchen mitnaschen wollen, was dazu führte, dass Malta mittlerweile direkt von über 80 europäischen Destinationen aus angeflogen wird. Immer mehr dieser Verbindungen bleiben in reduzierter Frequenz auch die Wintermonate über erhalten. Immerhin haben selbst von Jänner bis März dieses Jahres monatlich an die 100.000 sonnenhungrige Besucher den Weg nach Malta gefunden.

Sonne und Meer

Als ich mich vor nunmehr über 5 Jahren auf den Umzug nach Malta vorbereitete, fand ich im Internet diese Grafik mit den durchschnittlichen Temperaturen und anderen Klimadaten. Leider ist die Quelle dieser Datei (whatsinmalta.com) nicht mehr aktiv, ich möchte keinesfalls Urheberrechte verletzen, finde aber, dass diese Übersicht zu gut ist, um sie hier nicht zu präsentieren. Von den heutzutage aufgrund der Klimaerwärmung üblichen Schwankungen abgesehen, passen die Durchschnittswerte ganz gut.

Malta Temperaturen und Klimadaten
Klimaübersicht Malta

Summer on the Rock!

Da ich keine Eidechsen-Gene in mir habe, halte ich es im Sommer nicht viel länger als eine Stunde am Strand oder am Wasser aus. Obwohl vor allem in den Küstenregionen meist eine angenehme Meeresbrise weht, überlasse ich Juli und August den Urlaubern und verbringe den Tag lieber in den eigenen kühlen vier Wänden. Ich habe nur etwa 5 Minuten zu meinem Hausstrand, daher gehe ich morgens und/oder abends für eine Stunde schwimmen,. Das stundenlange Braten in der Mittelmeersonne ist aber nicht mein Ding.

Gelb ist die Farbe von Malta. Die Kalksteine, aus denen die Insel und die Gebäude bestehen, entfalten in der Sommersonne ihre größte Intensität und bieten mit den Blau- und Türkis-Variationen des Meeres und des Himmels ein angenehmes kontrastreiches Bild für Auge und Seele.

Kontrastfarben Gelb Blau Malta
Kontrastfarben Malta

Von den Preisen für Flug, Unterkunft und Verpflegung abgesehen, ist Malta im Hochsommer heute mehr denn je eine Top-Empfehlung für sonnen- und badehungrige Urlauber. Je nach Vorstellungen und Interessen kann dieser kleine Mittelmeerfelsen mit überraschend vielseitigen Angeboten aufwarten. Vom selbst organisierten DIY-Aufenthalt, über den sorgenfreien All-Inklusive-Urlaub bis zum unvergesslichen Taucherlebnis ist alles möglich. Und das beinahe das ganze Jahr über.

Herbst und Frühling

Meine liebsten Monate sind allerdings Oktober bis Dezember sowie März bis Juni. Hier ändert die Insel seine Farbe von trocken gelb-braun in saftig grün und bunt. Während sich im weiter nördlichen Europa ab November die Pflanzenwelt auf den kommenden Winterschlaf vorbereitet, beginnt hier alles zu wachsen und zu sprießen und zu blühen. Selbst die, über die Sommermonate vermeintlich abgestorbenen Balkonpflanzen, erheben sich wieder zur vollen Pracht. Ich kann euch sagen, der erste Winter in Malta hatte meinen gewohnten Bio-Rhythmus ganz schön durcheinander gebracht. Aber das war eine schöne Sache!

Malta im Herbst
Green Malta im Winter

Winterblüte

Während ich in Österreich in den Wintermonaten Dezember bis März nach der Arbeit regelmäßig zur Lichttherapie ging um die Folgen der „Saisonal abhängigen Depression“ (SAD, im Volksmund auch „Winterdepression“ genannt) zu mildern, finde ich hier tagsüber genügend Sonne, damit die Stimmung sich erst gar nicht auf den Weg in den Keller macht.

Sonne tanken statt Schnee schaufeln! Das ist meine Welt.

Auch wenn es hier immer wieder regnet und stürmt, wofür die Vegetation sehr dankbar ist, bieten sich der Sonne genügend Möglichkeiten zu scheinen um während eines Kurzurlaubes das schlechte Wetter zu Hause zu vergessen. Auch die Preise für Flugtickets und Unterkünfte stürzen in dieser Zeit auf bis zu 1/3 des Sommerniveaus ab und schonen somit das Urlaubsbudget.

Size does not matter!

Die geringe Größe der Insel wird immer wieder unterschätzt. Eine Woche vergeht hier wie im Flug und der Kurzurlaub wird nicht selten durch aufkommenden Sightseeing-Stress getrübt. Jedes Mal, wenn ich Touristen mit ihren dicken, mit Post-it gespickten Reiseführern in Händen sehe, wird mir bewusst, wieviel die Insel doch zu bieten hat. Wer auf’s Ganze gehen und nichts auslassen will, dem lege ich den Maltapass ans Herz. Es kommt einem Aktivurlaub gleich, um hier alles auszunutzen.

Ich empfehle jedem die Fahrten im Hop-On/Hop-Off Bus, da diese einen guten ersten Überblick verschaffen und mit den 3 Routen Süd/Nord/Gozo den Großteil der Insel präsentieren. Mit über 20 Stationen sollte man für jede Route einen ganzen Tag einplanen. Obwohl im Sommer überfüllte Busse und im Winter die reduzierte Frequenz ärgerlich sein können war bisher noch jeder von diesen Busfahren begeistert.

Als Spar-Tipp möchte ich noch 2 Seiten erwähnen, auf denen Gutscheine (Deals) erworben werden können, die bis zu 50% Ersparnis bringen: Deal und Dealtoday. Auch ich selbst nutze diese Seiten regelmäßig, vor allem für Restaurantgutscheine, Produkte oder Aktivitäten.

An der schmalsten Stelle hat Malta nur eine Breite von nichtmal 1,5 km. Hier, bei der Ghadira-Bay, kann man also sowohl den östlichen als auch den westlichen Rand der Insel sehen. Diese Foto habe ich vom Red Tower aus gemacht, wundervolle Aussicht nach allen Richtungen, im Norden kann man sogar bis ans Ende von Gozo sehen.

An der schmalsten Stelle ist Maltas nur 1,5km breit
Schmalste Stelle Maltas

Immer am Puls der Zeit!

Hier ändert sich sehr rasch sehr vieles. Ohne den Autoren von Reiseführern nahe treten zu wollen (auch ich habe noch zwei dicke Ausgaben davon herumliegen), es gibt genug aktuelle, interessensbezogene Informationen im Internet als Vorbereitung für den Malta-Urlaub. Auch bei den Hotels und Touristen-Informationsstellen können kostenlos alle möglichen Karten, Broschüren und Infos bezogen werden. Oder ihr fragt einfach mich!

Es gibt hier so vieles zu sehen, zu tun, zu genießen aber auch zu beachten (Touristenfallen!), das würde den Rahmen dieses Artikels sowas von sprengen, dass von der Insel nicht mehr viel übrig bliebe.

Ich werde – oder habe es zumindest vor – alle paar Tage oder Wochen einen weiteren Beitrag zur Malta-Reihe erstellen. Der nächste, fast schon fertig gestellte Artikel zeigt die beliebtesten Strände Maltas. Danach wird es noch ein Update über die Gozo Beaches geben, und ich habe auch bereits mit dem Text über den „sanften Tourismus“, also abseits der brodelnden Hochburgen, begonnen. In ein paar Monaten ist eine aktuelle Beschreibung der winterlich blühenden Insel vorgesehen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr meinem Blog oder meiner Facebook-Seite folgt und wir uns demnächst mal auf Malta persönlich treffen können!

Vielen Dank!

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